Interview

Femizide in der Berichterstattung

In Deutschland wird häusliche Gewalt oft als Familiendrama verharmlost. Seit Jahren steigen die Fälle, fast jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch Partner oder Ex-Partner. In der Berichterstattung über häusliche Gewalt, einschließlich schwerer Formen von Gewalt, die für Frauen tödlich enden, ist immer wieder von ‚Familiendramen‘, ‚Familientragödien‘, ‚Streitigkeiten‘ oder ‚Eifersuchtsdramen‘ die Rede. Das verstärkt ein weit verbreitetes Bild, dass es sich bei häuslicher Gewalt um „Konflikte“ in Paarbeziehungen handele. Dadurch wird häusliche Gewalt gegen Frauen relativiert und verharmlost – denn es geht nicht um „Beziehungsstreitigkeiten“, sondern um geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen. Auch wird es der Tatsache, dass sie getötet wurden, nicht gerecht, die Situation als „Drama“ zu beschreiben. Gemeinsam mit der Politik- und Medienanalytikerin, Frau Magister Maria Pernegger aus Österreich, laden unsere Abgeordneten Laura Wahl und Madeleine Henfling zur Online-Diskussion mit Ihnen und euch ein! Maria Pernegger wird im Rahmen der Veranstaltung Ergebnisse ihrer Studie – „Gewalt gegen Frauen – Analyse der Berichterstattung über Gewaltdelikte an Frauen und die Rolle der Medien“ – vorstellen.

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